16.09.2014 | Wirtschaftlichkeit
Kommentare (0)

Dr. Clemens Demacsek

Energiesparen und Wärmedämmung: Praktische Tipps

© Capatect Baustoffindustrie GmbH© Capatect Baustoffindustrie GmbH

Die Preise für Strom, Heizung, Gas und Wasser steigen kontinuierlich an. Der Begriff „Energiearmut“ taucht dabei immer öfter auch in heimischen Medien auf. Davon sind jene Haushalte betroffen, die aufgrund einer hohen Belastung durch Energiekosten als gefährdet gelten, deren Einkommen unter die Schwelle der Armutsgefährdung fallen und die gleichzeitig einen überdurchschnittlich hohen Prozentsatzes ihres Haushaltseinkommens für Energie aufwenden müssen. Aber auch für Besserverdiener wird Energiesparen immer wichtiger.

Rund 50 Prozent der Energie eines durchschnittlichen privaten Haushalts wird für die Erzeugung von Raumwärme benötigt. Erfahren Sie, welche praktischen Sparmaßnahmen jeder Einzelne vornehmen kann.

Kleine Energiesparmaßnahmen

Jeder Einzelne kann allein durch umsichtiges Verhalten eine Menge erreichen. Wird beispielsweise die Raumtemperatur von vierundzwanzig auf zwanzig Grad Celsius reduziert und wärmende Kleidung übergezogen, statt die Heizung aufzudrehen, lässt sich viel Energie sparen. Die goldene Regel beim Lüften lautet: Stoßlüften statt Dauerlüften. Dreimal am Tag sollten die Fenster komplett zum Lüften geöffnet werden – besonders natürlich nach dem Kochen, Duschen oder morgens nach dem Schlafen.

Zudem lassen sich auch kleine bauliche Maßnahmen vornehmen: Die Rollladenkästen lassen sich mit Folie dämmen, hinter den Heizkörpern lassen sich Dämmtapeten anbringen. Zudem kann darauf geachtet werden, dass die Heizkörper nicht abgedeckt sind und Türen und Fenster – außer zum Lüften – geschlossen bleiben. Abends oder bei kaltem Wetter ist es schon eine energiesparende Maßnahme, die Vorhänge zu schließen und nachts bewirken herunter gelassene Rollläden Energieersparnisse. Mit Hilfe von automatischen Thermostatventilen kann der Heizverbrauch präzise an den individuellen Tagesablauf angepasst werden.

Thermische Sanierung

Beachtliches Einsparpotenzial steckt in der thermischen Sanierung. Bestandsbauten verbrauchen rund drei Mal so viel Energie wie Neubauten. Welches Sparpotenzial thermische Sanierung im Einzelfall birgt, sollte zuvor durch einen Energieberater festgestellt werden. Besonders effektiv sind die Dämmung der obersten Geschoßdecke, der Fassade, der Kellerdecke sowie ein Fenstertausch. Der Energieberater kann eine Kosten-Nutzen-Rechnung der einzelnen Maßnahmen erstellen und einen optimalen, für das Gebäude maßgeschneiderten Sanierungsplan ausarbeiten.

Energieberater machen Fördergelder möglich

Der Energieberater kann helfen, Fördergelder aus einem der Förderprogramme der Länder oder des Bundes („Sanierungsscheck“) zu beantragen. Am allerbesten ist es, wenn ein privater Investor eine ohnehin vorhandene Sanierungsmaßnahme mit der thermischen Sanierung verknüpft. In diesem Fall rechnet sich die Investition am schnellsten.