16.09.2014 | Ökologie
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Dr. Clemens Demacsek

Recycling von Styropor

Styropor lässt sich vielfältig weiter- und wiederverwenden. Das beginnt bereits bei der Herstellung: Produktionsabfälle werden zerkleinert und direkt dem Herstellungsprozess wieder zugeführt.

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Ebenso kann mit nicht verschmutztem Baustellenabschnitt, z. B. von Styropor-Fassadendämmplatten, verfahren werden.

Nach einer Lebensdauer von 80 Jahren und mehr gibt es weitere Recycling-Möglichkeiten:

Verwertung im Bauwesen

Hier wird das gebrauchte Styropor gemahlen und als Leichtzuschlag für Mörtel, Beton und Dämmputze eingesetzt. Für die Ziegelindustrie dient das recycelte Styropor zur Porenbildung im Tonmaterial.

Verwertung durch Aufschmelzen/Verdichten
Die so gewonnenen Recycling-Produkte können zur Herstellung von Polystyrol-Spritzgussteilen (z.B. Blumentöpfe oder Kleiderbügel) eingesetzt werden.

Thermische Verwertung
Falls keine andere Verwertungsmöglichkeit besteht, kann Styropor in Abfallverbrennungsanlagen rückstandsfrei verbrannt werden. Die thermische Verwertung ersetzt Primärbrennstoffe wie Kohle, Erdöl oder Gas.

Recyclingwirtschaft boomt
Hinsichtlich der thermischen Sanierung hört man immer wieder kritische Stimmen über die Entsorgung von Styropor, dem Stoff, mit dem hauptsächlich Gebäude wärmegedämmt werden. Künftig werden – so das Horror-Szenario – Berge an „Sondermüll“ entstehen, wenn wärmegeschützte Gebäude abgerissen werden oder die Wärmeschutzschicht erneuert werden muss. Dabei gibt es längst ein erprobtes Verfahren, auch diese Herausforderung in den Griff zu bekommen.

Lösung ist bereits erprobt
Tatsächlich gibt es eine Methode, um das Problem zu lösen: Das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackungen in Freising hat ein patentiertes Sammel- und Recyclingverfahren für Styropor entwickelt. Durch ein Lösungsmittel wird das Volumen bis zu Faktor 50 verringert und verdichtet. Damit wird der Transport ökonomisch sinnvoll. In einer Pilotanlage wurde gezeigt, dass sich das Verfahren dann rechnet, wenn pro Jahr eine Menge von mindestens 1.000 Tonnen verarbeitet wird. Ein Lösungsansatz also, wenn in einigen Jahren große Mengen an Styropor-Abfällen behandelt werden müssen. Immerhin wurde nach der erfolgreichen Testphase des Projekts „EPS-Loop“ im Jahre 2007 ein entsprechendes Weltpatent angemeldet.